Gut zu wissen

 

 

  

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X YZ

A


Arbeit
Die eingespeiste oder entnommene elektrische Energie wird als Arbeit bezeichnet.
(Arbeit = Leistung x Zeit = kW x h = kWh = Kilowattstunden).Über geeichte Zähler wird der Verbrauch ermittelt.

 

Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist das Entgelt für die in der Kundenanlage verbrauchte elektrische Energie. Der Abrechnungsbetrag ergibt sich aus dem Arbeitspreis (Cent) multipliziert mit der gezählten elektrischen Arbeit (kWh).

 



Benutzungsdauer (h)
Die Gleichmäßigkeit der Abgabe elektrischer Energie wird über die Benutzungsdauer ausgedrückt. Sie errechnet sich aus dem Quotienten der elektrischen Arbeit durch die elektrische Leistung (Benutzungsstunden = kWh/kW).

Bereitgestellte Leistung
Ist die vom Kunden vertraglich bestellte und vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellte Leistung in kW (Kilowatt). Nach dieser Leistung werden die technischen Anlagen, z. B. den Netzanschluss bemessen.

Biogasanlagen
Biogasanlagen wandeln pflanzliche und tierische Rückstände in Biogas um. Die Rückstände werden zunächst falls nötig zerkleinert und in einem Faulbehälter, dem Fermenter, unter Luftabschluss vergoren. Das entstehende Biogas besteht größtenteils aus Methan und zu einem kleinen Teil aus Kohlendioxid. Andere Bestandteile, wie Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff, sind dagegen nur in sehr geringem Maße vorhanden. Das Biogas wird dann so genannten Blockheizkraftwerken zugeführt, wo es zur Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie verwendet wird. Die zurückbleibenden Reststoffe können als mineralstoffreicher Dünger in der Landwirtschaft verwendet werden. Dieser Dünger ist geruchsneutral und frei von Krankheitserregern.

Blindstrom
Stromfluss bei Blindleistungsaufnahme. Ist der Energieanteil der nicht in Wirkleistung umgesetzt wird, sondern als Blindleistung zwischen Verbraucher und Erzeuger pendelt.

Blindleistung
Blindleistung ist die elektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetischen Feldern (z.B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z.B. in Kondensatoren) benötigt wird. Eine hohe Blindleistung reduziert die verfügbare Wirkleistungsaufnahme. Damit wird mehr Energie verbraucht als tatsächlich für einen Prozess benötigt wird. Das Verhältnis von Wirk- zu Scheinleistung wird als Leistungsfaktor bzw. cos phi bezeichnet (angestrebt > 0,9).

 

 

Blindleistungskompensation
Blindleistung ist zu vermeiden, damit die technischen Einrichtungen optimal zur Stromverteilung genutzt werden können und keine oder geringe Blindstromkosten anfallen. Durch geeignete Kompensationseinrichtungen kann die Blindleistung verringert werden.

Blockheizkraftwerke (BHKW)
Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die im BHKW durch öl- oder gasbetriebene Verbrennungsmotoren oder Turbinen erzeugte elektrische Energie und Wärme kann zur Versorgung nahe gelegener Wohngebiete und Betriebe genutzt werden.

Brennstoffzellen
Unter Brennstoffzellen versteht man elektrochemische Energiewandler. Wasserstoffreiche Gase werden dabei mit Sauerstoff zu Wasser umgesetzt. Aus diesem Prozess werden elektrische Energie und Wärme ausgekoppelt.

 

C         


cos phi (cosinus phi)
Wird ein elektrischer Verbraucher durch eine Wechselspannung betrieben, kommt im Verbraucher ein Wechselstrom zum Fließen. Der cos phi ist der Winkel, um den die Spitzenwerte der Sinuskurven von Strom und Spannung zeitlich gegeneinander verschoben sind.

 

CO2

CO2 steht für Kohlenstoffdioxid, die Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff. Es entsteht bei der Lungenatmung beim Ausatmen, bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen und beim Prozess der Gärung. Bei der Energiegewinnung wird CO2 insbesondere durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, wie Kohle oder Erdöl, freigesetzt. Diese durch den Menschen zusätzlich erzeugten Gase führen zur Erhöhung des Kohlenstoffdioxidhaushaltes und bringen es damit aus dem natürlichen Gleichgewicht, ein Prozess, der auch unter dem Namen “Treibhauseffekt” bekannt ist. Bei der Stromerzeugung entstehen in Deutschland rund 350 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, das sind 40 % der Gesamtemissionen. Damit ist die Stromerzeugung der Hauptverursacher von CO2. 

 

D


Drehstrom
Drehstrom besteht aus drei Wechselspannungen mit einer Phasenverschiebung von je 120°.

 

Durchschnittspreis
Dividiert man die Gesamtkosten für die verbrauchte elektrische Energie durch den gesamten Stromverbrauch in der Abrechnungsperiode, so erhält man den Durchschnittspreis für eine Einheit (z. B. ct/kWh).

Durchleitungskosten

Damit bezeichnet man die Beitragskosten, die die Stromanbieter zahlen müssen, wenn sie das Stromnetz von örtlichen Netzbetreibern in Anspruch nehmen wollen. Hintergrund: Stromerzeuger haben nicht zwangsläufig auch ein eigenes Netz zur Einspeisung und Versorgung, sondern sie müssen sich an einen der wenigen großen Netzbetreiber wenden. Diese Kosten nennt man auch Netznutzungskosten

 

E


Erneuerbare Energie Gesetz (EEG)
Durch das EEG sind die Netzbetreiber verpflichtet, Stromerzeugungsanlagen mit regenerativer Energiequelle an das Netz anzuschließen und den aus diesen Anlagen produzierten Strom zu vergüten.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff EEG?
Hinter dem Begriff EEG verbirgt sich das Erneuerbare Energie Gesetz vom 01.04.2000, welches das Stromeinspeisungsgesetz abgelöst hat.

Ziel des Gesetzes
Mit diesem Gesetz soll eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglicht sowie der Betrag erneuerbarer Energien an der Stromversorgung deutlich erhöht werden.

Was wird im EEG geregelt?
Durch das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) ist der Netzbetreiber verpflichtet EEG-Anlagen an das Netz anzuschließen, den gesamten angebotenen Strom aus diesen Anlagen vorrangig abzunehmen und den eingespeisten Strom zu vergüten. Weiterhin ist der vorgelagerte Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, die vom Netzbetreiber aufgenommene EEG-Menge abzunehmen und zu vergüten sowie eine bundesweite Ausgleichsregelung durchzuführen.

Anwendungsbereich

  • Wasserkraftanlagen, Deponiegas, Grubengas und Klärgas
  • Biomasse
  • Windkraftanlagen
  • Solare Strahlungsenergie
  • Geothermie

Eigenerzeugungsanlage
Eine vom Kunden/Unternehmen betriebene Anlage zur Eigen- bzw. Fremdversorgung. Sie dient entweder nur zur Stromversorgung oder zu Strom- und Wärmeversorgungszwecken.

Eigentumsgrenze
Ist die Schnittstelle zwischen öffentlichem Netz und der Kundenanlage.

 

Einspeisepunkt
Übergabepunkt für elektrische Energien von regenerativen Quellen, Blockheizkraftwerken (BHKW), Windanlagen und nicht öffentlichen Kraftwerken. Der Einspeisepunkt wird durch Gesetze (bei regenerativen Energiequellen) durch Netznutzungsverträge festgelegt.

Eintarif
Als Eintarif werden Tarife bezeichnet, die einen für die Hauptlast- und Niederlastzeiten einheitlichen Arbeitspreis berechnen.

Ersatzstromversorgungsanlage/Notstromanlage
Anlagen zur teilweisen oder kompletten Aufrechterhaltung der Stromversorgung bei einem Stromausfall. Zum Beispiel Batterieanlagen für den Einsatz einer Notbeleuchtungsanlage, als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Telefonanlagen, Computersysteme u. ä. Für die Abdeckung größerer Versorgungsbereiche werden in der Regel dieselbetriebene Generatoren eingesetzt.

Erlaubnisschein
Unternehmen des produzierenden Gewerbes und der Land- und Forstwirtschaft können bei dem für Sie zuständigem Hauptzollamt rückwirkend einen Antrag auf Steuerentlastung stellen. Den Antrag steht unter www.zoll.de (Antragsformular Formblatt 1453) zum download bereit. Achtung, der Antrag muss spätestens bis zum 31.12. des Folgejahres erfolgen.

Emission
Der Ausstoß von Schadstoffen wie Radioaktivität, Staub, Ruß oder CO2, die die Umwelt stark beeinträchtigen. Die freigesetzte Schadstoffmenge unterliegt in Deutschland streng festgelegten Grenzwerten.

Energiemix
Zur Verdeutlichung des sogenannten Energiemixes stellt man sich am besten einen Stromsee vor. Über seine Zuflüsse wird Strom unterschiedlicher Herkunft eingespeist - sei es regenerative, fossile oder Kernenergie. Da der Strom aus einem gemeinsamen See stammt, lässt sich an der Steckdose nicht mehr feststellen, welche Form der Energie ihn erzeugt hat. Aber: Durch die Kombination von Strombezug und Zertifizierung ensteht Ökostrom, dessen Herkunft eindeutig zugeordnet werden kann. 

 

F     


Fahrplan
Der Fahrplan ist ein Profil des Energieverbrauchs eines Kunden über einen Zeitraum, z. B. einen Tag, eine Woche, einen Monat. Die Einteilung erfolgt in Viertelstundenwerten, die am Zähler registriert werden.

 

Frequenz
Unabhängig von den Spannungsebenen Niederspannung, Mittelspannung und Hochspannung sind die gesamten Versorgungsebenen als Wechselstrom- bzw. Drehstromnetze aufgebaut (sinusförmig), die mit 50 Hertz (Hz) schwingen. Die physikalische Einheit Hz gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunden an. 

G


Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD)
Gas- und Dampfturbinenanlage zur Stromerzeugung. In einer Gasturbine werden Erdgas oder Kraftstoff verbrannt; die Abgase übertragen das Drehmoment über Turbinenschaufeln auf die Welle. Anschließend erhitzen diese immer noch heißen Abgase einen so genannten Abhitzekessel und erzeugen dort Dampf. Dieser Dampf treibt eine Gasturbine an. Gegebenenfalls kann zusätzlich Fernwärme ausgekoppelt werden. Mit GuD-Anlagen lassen sich bei der Stromversorgung die höchsten Wirkungsgrade erzeugen (ca. 60 % elektrisch).

 

Gleichstrom
Der Gleichstrom ist elektrischer Strom, der stets in gleicher Richtung fließt, im Gegensatz zum Wechselstrom, der in unserem Netz 50 x pro Sekunde die Richtung wechselt.

Grundlast
Die Leistung, mit der die technischen Einrichtungen eines Betriebes das Stromversorgungsnetz ständig belasten, wird als Grundlast bezeichnet.

H


 

Hausanschluss
Der Hausanschluss ist die Verbindungsleitung zwischen dem Verteilungsnetz des Versorgungsunternehmens und der Kundenanlage. Der schaltbare Übergabepunkt befindet sich in einem Hausanschlusskasten oder im Eingangsfeld einer Niederspannungsverteilung beim Kunden.

 

HT-/NT-Zähler
HT-/NT-Zähler messen den Stromverbrauch in verschiedenen Tarifzonen. HT steht für Haupttarif, NT für Niedertarif. Die Zähler haben zwei Laufwerke, von denen immer nur eins aktiv ist. Die Laufwerke werden zeitlich durch Tarifschaltgeräte (Schaltuhren, Rundsteuerempfänger, Modems) gesteuert.

 


Jahresbenutzungsdauer
Die Jahresbenutzungsdauer in h/a (Vollbenutzungsstunden) ist der Quotient aus der Jahresarbeit und der maximalen Leistung. Sie sagt aus, wie viele Stunden Elektrizität ein Kunde, bei konstanter Abnahme der Maximalleistung, im Jahr bezogen hätte. Im Idealfall (bei absolut konstantem Verbrauch) wäre sie 365 * 24 h = 8.760 Stunden.

 

K   


Kohlendioxid

 

è CO2

Kilowatt

Die nach dem Engländer James Watt benannte Einheit zur Messung von Energie. 1 Kilowatt entsprechen 1000 Watt.

Kompensationsanlagen
Kompensationsanlagen minimieren den Blindstrom - also den Strom, der durch induktive Stromverbraucher (z. B. Motoren oder Leuchtstoffröhren) entsteht. Dieser Blindstrom belastet Kabel und Anlagen durch Erwärmung; außerdem wird er i. d. R. auch ab einem bestimmten Maß in Rechnung gestellt. Eine Kompensationsanlage wirkt dem entgegen: Sie verhindert unzulässige Überlastungen von Kabeln und Anlagen, vermeidet die Kosten für den Blindstrom, sorgt dafür, dass die Übertragungsfähigkeit Ihrer Anlage nicht unnötig eingeschränkt wird und trägt so zu deren längerer Haltbarkeit bei.

 

Ohne Kompensation:

Mit Kompensation:


Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe wird vom Energieversorger an eine Gemeinde gezahlt, um auf deren öffentlichen Verkehrsflächen Kabel und Freileitungen installieren zu dürfen.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Bei gleichzeitiger Erzeugung von Strom (Kraft) und Wärme in einer Anlage spricht man von KWK. Die Wärme wird bei der Stromerzeugung aus dem Prozess ausgekoppelt und zu Heizzwecken verwendet. Eine Verbrennungskraftmaschine (z. B. Motor, Gasturbine) treibt einen Generator an und stellt dem Verbraucher dadurch elektrischen Strom zur Verfügung. Die Abwärme, welche im Motorblock anfällt (Kühlwasser, Öl), wird über einen Wärmetauscher zur Heizwassererwärmung verwendet. Die im Abgas enthaltene Energie wird ggf. zur Dampferzeugung (Prozesswärme) genutzt und/oder mittels Wärmetauscher zur Brauchwassererwärmung.
Als konventionelle Technologien zur Kraft-Wärme-Kopplung stehen die Dampfturbine, der Verbrennungsmotor sowie die Gasturbine zur Verfügung. Neuere Technologien wie die Brennstoffzelle oder der Stirlingmotor erweitern die bestehenden KWK-Technologien.

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
Diese gesetzliche Regelung verpflichtet örtliche Netzbetreiber, den Strom aus umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung (z. B. Blockheizkraftwerk) zu festgelegten Sätzen abzunehmen. Die dadurch entstehenden Kosten werden von den Netzbetreibern an die Energielieferanten weitergegeben. Ziel des KWK-Modernisierungsgesetzes vom 01.04.2002 ist der Schutz und die Modernisierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, der Bau neuer Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung, sowie die Markteinführung der Brennstoffzellen-Technologie.

kW
Kilowatt. Einheit für die Leistung

kWh
Kilowattstunden. Einheit für die elektrische Arbeit (1.000 Wh = 1 kWh). Beispiel: Wird ein Fön mit 1.000 Watt Leistung eine Stunde lang bei voller Leistung betrieben, verbraucht er 1 kWh.

Wh – Wattstunde
kWh – Kilowattstunde = 1.000 Wh
MWh – Megawattstunde = 1.000.000 Wh = 1.000 kWh
GWh – Gigawattstunde = 1.000.000.000 Wh = 1.000.000 kWh
TWh – Terrawattstunde = 1.000.000.000.000 Wh = 1.000.000.000
kWh

L


Lastgang
Unter einem Lastgang versteht man die Registrierung der ¼h Verbrauchswerte durch eine so genannte Lastgangmessung. Diese ist bei erhöhtem Strombedarf notwendig und in der Regel mit einem Sondervertrag verbunden.

 

Lastprofil
Ein Lastprofil ist eine Kurve, die den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs eines Kunden darstellt. Mit Hilfe der Lastprofile wird die Strommenge festgelegt, die für die Endverbraucher im Stromnetz zu einer bestimmten Zeit zur Verfügung gestellt werden.

Leistung
Leistung ist der Quotient aus Arbeit in einer bestimmten Zeitspanne und derselben Zeitspanne.   Leistung = Arbeit/Zeit = kWh/h = kW = Kilowatt

Leistungspreis
Die Kosten, die sich durch die Bereitstellung des Stroms ergeben, bezeichnet man als Leistungspreis. Er beinhaltet die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung während eines ¼-Stundenintervalls. Maßgebend für die Berechnung (€/kW) ist entweder die höchste gemessene Leistung eines Monats oder eines Jahres.

Liberalisierung
Unter Liberalisierung versteht man die Einführung marktwirtschaftlicher Bedingungen in ehemals monopolistisch regulierten Märkten. Mit dem neuen Energiewirtschaftsgesetz von April 1998 sind die Gebietsmonopole im Bereich der Stromversorgung in Deutschland aufgehoben.

 

M


Maximumüberwachung
Durch den Einbau eines Maximumwächters wird der Lastgang eines Betriebes überwacht.
Damit ist es möglich, zu einem Arbeitsprozess nicht unbedingt erforderliche Anlagen kurzfristig abzuschalten. Der Leistungsbezug wird optimiert, und durch geringere Lastspitzen entstehen geringere Stromkosten. Synergieeffekte sind eng mit dem Kunden abzustimmen, da dies im Einklang mit dem Arbeitsprozess stehen muss.

 

Messung
Durch die Messung wird der Verbrauch des Kunden festgestellt. Heute werden Messdaten von Lastgangkunden meist vollelektronisch ermittelt und per Modem o. ä. an den zuständigen Energieversorger fernübertragen.

Mittellast
Mittellast ist der elektrische Leistungsbedarf, der zusätzlich zur immer gleich bleibenden Grundlast während der Arbeitsperiode eines Tages besteht.

N


Netzanschlussvertrag (NAV)
Seit der Liberalisierung des Strommarkts wird unterschieden zwischen Netzanschlussvertrag und Stromliefervertrag. Der Netzanschlussvertrag regelt den Anschluss an das Stromnetz des Betreibers. Mit diesem werden technische Serviceleistungen, Netzbetrieb, Zähler, Störungsdienst im Netz etc. abgedeckt. Der Stromliefervertrag regelt die Belieferung mit elektrischer Energie.

 

Netzbetreiber
Der Netzbetreiber ist für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung des öffentlichen Stromversorgungsnetzes verantwortlich. Er ist verpflichtet Stromkunden an sein Netz anzuschließen. Der Anschluss erfolgt auf der Grundlage eines Netzanschlussvertrages oder der der AVBEltV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung).

Netznutzung
Das Netznutzungsentgelt deckt die Kosten ab, die für die Nutzung der Netze (Stromdurchleitung) anfallen, z. B. Bau, Instandhaltung und Betriebsführung. Es muss vom Stromlieferanten an den Netzbetreiber entrichtet werden.
Alle Netzbetreiber ermitteln ihre Netznutzungsentgelte individuell; maßgeblich hierfür sind aktuell die Rahmenbedingungen der Verbändevereinbarung II plus.

Netznutzungsentgelt
Den Kern des Netznutzungsentgelts (NN-Entgelt) bilden die Kosten für Sanierung und Instandhaltung des Netzes, einschließlich Systemdienstleistungen und der Betriebsführung. Maßgebend für das Ermitteln der NN-Entgelte sind die aktuellen Rahmenbedingungen der Verbändervereinbarung II plus. Das Netznutzungsentgelt ist im Regelfall vom jeweiligen Lieferanten zu zahlen.

Netznutzungsvertrag (NNV)
Hier werden alle Fragen der Netznutzung inklusive Entgeltfragen geregelt, die über den Netzanschluss hinausgehen. 

Netzverluste
Die Netzverluste sind Energieverluste, die bei der Übertragung der Leitungsgebundenen Energien (Strom, Gas, Fernwärme) vom Erzeugungsort zum Verbrauchsort auftreten.

Niederspannung
Wechselspannung zwischen 50 und 1000 Volt - in Haushalten nicht mehr als 250 Volt, Gleichstrom zwischen 75 und 1.500 Volt. Niedrigere Spannungen werden als Kleinspannung bezeichnet, höhere als Mittel- und Hochspannung.

Niederspannungszuschlag
Aus technischen Gründen oder aus Gründen der Kostenminimierung kann die Messung auch auf der Niederspannungsseite, d. h. an der Niederspannungsverteilung der Übergabestation erfolgen. Dies hat zur Folge, dass die im Transformator auftretenden Magnetisierungs- und Wärmeverluste nicht mehr mitgemessen werden können. Um eine Ungleichbehandlung mit Kunden, deren Messung auf der Mittelspannungsseite liegt, auszuschließen, wird bei niederspannungsseitiger Messung das Arbeitsentgelt der Netznutzung erhöht.

Notstrom
Ersatzstromversorgungsanlage/Notstromanlage
Anlagen zur teilweisen oder kompletten Aufrechterhaltung der Stromversorgung bei einem Stromausfall. Z. B. Batterieanlagen für den Einsatz einer Notbeleuchtungsanlage, als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Telefonanlagen, Computersysteme u. ä. Für die Abdeckung größerer Versorgungsbereiche werden in der Regel Diesel betriebene Generatoren eingesetzt.
Aushilfsenergie
Aushilfsenergie wird dann geliefert und berechnet, wenn kein gültiger Stromliefervertrag besteht oder der vertragliche Lieferant nicht in der Lage ist Strom zu liefern. Die Aushilfsenergie wird vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt.

 

O


Ökostrom (auch Ökotarif)

 

So wird meist die elektrische Energie bezeichnet, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse) gewonnen wird.

 

P 


Photovoltaik

 

Das Photovoltaik-Verfahren umfasst die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom. Kristalline Halbleiter wie beispielsweise Silizium werden hierbei eingesetzt, die durch Licht ihre atomare Struktur so verändern, dass elektrische Ladungen fließen. Der Begriff “Photovoltaik” ist zusammengesetzt aus dem altgriechischen Wort für Licht (photo) und dem Namen des italienischen Physikers Alessandro Volta, nach dem auch die elektronische Spannungseinheit Volt benannt ist.

Primärenergie
Unter dem Begriff "Primärenergie bzw. Primärenergieträger" werden die Energieträger zusammengefasst, die in der Natur vorkommen und technisch noch nicht umgewandelt wurden. 



Regenerative Energien

Diese Energien erneuern sich im Rahmen natürlicher Kreisläufe. Zu ihnen gehören Biomasse, Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie sowie die Geothermie. Sie sind zudem klima- und umweltfreundlich, da mit ihrer Nutzung sehr viel geringere Umweltbelastungen verbunden sind und keine klimarelevanten Schadstoffe freigesetzt werden.

Regelenergie
Regelenergie ist die Differenz zwischen bestellter und tatsächlich gelieferter Energie. Sie wird vom Übertragungsnetzbetreiber dem Stromlieferanten in Rechnung gestellt.

Recs-Zertifikate
RECS (Renewable Energy Certificate System) ist ein seit Jahren in Europa erfolreiches Zertifizierungssystem gleichnamiger Organisation. Ziel ist es, die regenerative Energieerzeugung in Europa nachhaltig zu fördern. Die Zertifikate stellen sicher, dass genau die Menge Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt und ins Netz eingespeist wird, die von den LandEnergie 100.000plus Kunden verbraucht wird. Durch die Verbindung von Strombezug und Zertifikat entsteht Ökostrom, dessen Herkunft eindeutig zugeordnet werden kann. Für den deutschen Markt wird die Einhaltung der Richtlinien durch das Öko-Institut e.V. sichergestellt.

S


Scheinleistung
Sie ist die geometrische Summe aus Wirk- und Blindleistung und für die Dimensionierung der technischen Anlage maßgebend. Die Scheinleistung wird in der Einheit [kVA] angegeben. Die Scheinleistung berechnet sich aus dem Quotienten aus der Wirkleistung (kW) dividiert durch den cos phi. Die Scheinleistung ist entscheidend für die Belastung der elektrischen Leitungsnetze. Transformatoren, Generatoren, Schaltanlagen, Sicherungen und Leitungsquerschnitte müssen für die auftretende Scheinleistung dimensioniert sein.

 

Spannung
Die elektrische Spannung (Einheit: Volt, V) ist die bei unterschiedlichen elektrischen Ladungen zwischen zwei Punkten messbare elektrische Potenzial- oder Spannungsdifferenz.

Spannungsebene
Von der IEC (International Electronical Commission) wurden Nennspannungen festgelegt.
Diese müssen von den Stromversorgern eingehalten werden. Man unterscheidet bei der Stromversorgung nach:

  • Höchstspannungsebene (380/220 Kilovolt)
  • Hochspannungsebene (110 Kilovolt)
  • Mittelspannungsebene (10 oder 20 Kilovolt)
  • Niederspannungsebene (400/230 Volt)

Das Höchstspannungsnetz verteilt den in den Großkraftwerken erzeugten Strom landesweit über die Höchstspannungsleitungen und nimmt am internationalen Stromaustausch teil. Das Hochspannungsnetz versorgt Regionen, Ballungszentren und große Industriebetriebe. Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an die Transformatorstationen des Niederspannungsnetzes, aus dem wiederum Haushalte, Industrie, Gewerbe und Verwaltungen mit elektrischer Energie versorgt werden. Der in den Kraftwerken erzeugte Strom hat üblicherweise eine Spannung zwischen 10.500 oder 21.000 Volt. Dies ist aber für den möglichst verlustarmen Transport des Stroms über größere Entfernungen noch immer zu wenig. Deshalb muss er durch Transformatoren auf bis zu 380 Kilovolt hochgespannt werden und dann wieder schrittweise auf die Steckdosen-Spannung von 230 Volt herunter transformiert werden.

Spitzenlast
Spitzenlasten in den Stromverteilungs- und Übertragungsnetzen entstehen in den Hauptnutzungszeiten, zum Beispiel in der Mittagszeit. Um diesen erhöhten Bedarf decken zu können, werden kostenintensive Spitzenlastkraftwerke zugeschaltet.

Stromliefervertrag
Der Stromliefervertrag regelt die Belieferung mit elektrischer Energie.

Stromsteuer
Die Stromsteuer ist eine gesetzliche Abgabe. Grundlage bildet das Stromsteuergesetz vom 24.03.1999.

Standardsteuersatz seit 01.01.2003:
2,05 Ct/kWh

Stromsteuerermäßigung
Unternehmen des Produzierenden Gewerbes oder der Land- und Forstwirschaft, die nach §9 des Stromsteuergesetzes dazu berechtigt sind, können bei eintsprechenden Voraussetzungen einen Antrag auf Steuerentlastung beim zuständigen Hauptzollamt beantragen.  

T     


Tarifkunden
Das sind Kunden, die nach dem Energiewirtschaftsgesetz (§ 6 Abs.1), gemäß AVBELtV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung) und auf Grundlage der BTOElt (Bundestarifordnung Elektrizität) zu den Allgemeinen Tarifen des örtlichen Pflichtversorgers aus dem Niederspannungsnetz versorgt werden.

 

Technische Anschlussbedingungen (TAB)
Der Stromnetzbetreiber legt technische und organisatorische Bedingungen für den Anschluss an das elektrische Netz fest. Diese sind u. a. der freie Zugang zu den Kundenanlagen, die Ausführung der Messungen und die Begrenzung von Netzrückwirkungen aus der Kundenanlagen.

Transformator
Ein Transformator ist ein zu den elektrischen Maschinen zählendes Gerät zur Erhöhung oder Herabsetzung der elektrischen Spannung von Wechselströmen.

U 


Übergabestation
Darunter versteht man ein Gebäude bzw. einen elektischen Betriebsraum in dem sich die Eigentumsgrenze zwischen öffentlichem Stromnetz und kundeneigenem Netz befindet. Die Übergabestation ist bei größeren Industriekunden mit Mittelspannungsanschluss notwendig.

 

Übergabestelle
Die Einrichtung, in der das Eigentum des Netzbetreibers endet, wird als Übergabestelle bezeichnet.

Überschussstrom
Der in Eigenerzeugungsanlagen erzeugte, aber in der Kundenanlage nicht verbrauchte Strom wird als Überschussstrom bezeichnet. Dieser Strom wird in das öffentliche Stromnetz rückgespeist und gemäß dem Stromeinspeisegesetz vergütet.

Übertragungsnetz
Darunter versteht man das übergeordnete Stromnetz (Höchst-/Hochspannungsnetz), über das die elektrische Energie zu den regionalen Stromnetzbetreibern (Mittelspannuns- bzw. Niederspannungsnetz) verteilt wird.

Umspannung
Der Wechsel zwischen Spannungsebenen durch Transformatoren nennt sich Umspannung.

Umspannungsanlage
Eine Umspannanlage - überwiegend als Freiluftanlage - wandelt die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannanlagen von 110 kV auf 20 kV.

V 


VDEW
Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke

 

VDN
Verband der Netzbetreiber 

Verbändevereinbarung
Die Verbändevereinbarung regelt die vertraglichen Beziehungen aller Beteiligten auf dem nationalen Strommarkt. Sie wurde von den energiewirtschaftlichen Verbänden erarbeitet ( Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Arbeitsgemeinschaft regionaler Energieversorgungsunternehmen (ARE), Deutsche Verbundgesellschaft (DVG), Verband der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW, Verband kommunaler Unternehmen (VKU)).

Verrechnungspreis
Der Verrechnungspreis ist der Preis, der monatlich für die Installation, Ablesung und Abrechnung des Zählers veranschlagt wird.

Versorgungssicherheit
Anspruch des Kunden auf Stromversorgung. Durch vertragliche Regelungen sind Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Stromerzeuger festgelegt. Der Netzbetreiber ist dabei für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig.

Verteilungsnetz
Stromnetze zur regionalen Energieverteilung und Versorgung von Endkunden (i. d. R. Mittelspannungs-, bzw. Niederspannungsnetze)

Viertelstunden-Leistungszähler
Im Zähler wird jeder viertelstündlicher Leistungswert registriert und gespeichert. Das gesammelte Protokoll aller Werte ist der Lastgang.

W


Wasserkraft

 

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft gehört zu den umweltschonendsten Formen der Energiegewinnung. Laufwasserkraftwerke nutzen die Kraft der Flüsse, Speicherwasserkraftwerke dagegen die Höhenunterschiede. Bei der Produktion von Strom aus Wasserkraft ensteht kein Kohlendioxid (CO2). Die Wasserkraft ist die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland. 2005 konnten damit 5 Prozent des Stromverbrauchs aus dem Netz der öffentlichen Versorgung gedeckt werden (Quelle: BMU, 09/2006).

Wechselstrom
Elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich periodisch mit der Zeit ändert.

Wirkleistung
Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die für die Umsetzung in eine andere Leistung, z. B. in mechanische, thermische, chemische, optische oder akustische Leistung, verfügbar ist.

Z         


Zähler
Es gibt verschiedene Arten von Stromzählern:

 

  • Drehstromzähler als Standardzähler für Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe
  • Wechselstromzähler, z. B. für Treppenhausbeleuchtung
  • Leistungszähler messen neben dem Stromverbrauch auch die Leistung (typische ist ein Viertelstunden-Leistungszähler)

Zweitarif
Spezieller Tarif, der durch einen zweiten Zähler oder eine Tarifschaltung die Abnahme von Strom zu Hauptlast- und Niederlastkonditionen ermöglicht. Der Arbeitspreis für den Energieverbrauch am Tage ist meist höher als der Arbeitspreis in der Nacht. Damit können für energieintensive Anwendungen, wie Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen die günstigeren Niederlast- bzw. Nachttarife genutzt werden. Der Neiderlaststrom kann immer nur von dem Anbieter bezogen werden, der auch den Hauptlaststrom liefert.